Einmal mit Rennrad um Berlin

Die Mauerrunde gehört fast zu den mehr oder weniger „regelmäßigen“ Touren der Juten Jungs. Ich trug mich jetzt aber schon einige Zeit mit dem Gedanken, einmal mit (Renn-) Rad um Berlin zu fahren. So begann ich dann vor ca. 2 Jahren (noch bevor ich ein Rennrad hatte) ganz unregelmäßig mit der „Planung“. Zwischendurch immer mal wieder monatelang Pause. Worauf ich keine Lust hatte:

schlechte Wege und Hauptstraßen. Also habe ich mal in Komoot und gpsies geschaut, was es bereits für Touren gab.

Vorbereitung

Die gefundenen Touren habe ich heruntergeladen und in Garmin Basecamp zusammengefügt. In Google Earth habe ich versucht, die Touren zu überprüfen. Beim Laden der gpx-Daten in Google Earth hängte sich das Programm allerdings meistens auf. Also suchte ich rein optisch nach den Wegen der Tracks und schaute, ob sich dort evtl. ein Radweg findet oder ob sich abschätzen ließ, was das für eine Straße ist. Als die grobe Route halbwegs fest stand, stellte sich heraus, dass es um ganz Berlin kaum weiter ist, als wenn man „nur“ den Mauerweg abfährt. Das liegt wohl ganz einfach daran, dass der Mauerweg an vielen Stellen zick-zack macht und sich dadurch in die Länge zieht.

Nun reifte in mir die Idee, die Strecke mit dem Rennrad um Berlin doch auf mindestens 300 km auszudehnen. Dazu zog ich die Route ein wenig nach außen – vor allem nord- nordwestlich und südöstlich der Stadt. Ich kam allerdings immer noch kaum über 220 km hinaus. Ich mußte also eine Schleife ranhängen, wenn ich nicht noch viele Stunden am Rechner irgendwelche Wege suchen wollte.

Die „fertig“ geplante Tour lud ich noch bei Komoot hoch um nochmals zu sehen, was für Straßen und Straßenverhältnisse mich erwarteten. Komoot hat dabei die Route etwas abgeändert (obwohl die Original-Route nicht geändert werden sollte). Nordwestlich von Berlin stellte sich via Google Earth (die Bilder waren aktuell vom Juni dieses Jahres) heraus, dass auf einer Straße eine Brücke gebaut wird. Diese überquert eine Bahnstrecke. Für diesen Abschnitt legte ich eine mögliche Umfahrung an – das wäre ein Umweg von ca. 10 km. Einen kleinen Knick, den Komoot südlich von Berlin anlegte, konnte ich mir nicht erklären.

Jedenfalls waren die Ergebnisse von Komoot für mich i.O.. Nur ein paar Hundert Meter Bundesstraße, fast 100 km Radwege, Rest Nebenstraßen, Zufahrtsstraßen u.ä. Der unbefestigte, unbekannte oder Kopfsteinpflaster- Anteil sollte bei unter 5 km liegen.

Ausrüstung

Mein Rennrad… Satteltasche ist ja immer dran (mit Schlauch, Flickzeug, Mini-Tool, Kettenschloss). An der Satteltasche ein zugelassenes Rücklicht, dass immer an sein sollte und am Sattelrohr 2 auffällig blinkende Rücklichter (die halten nicht lange und sollten abwechseln geladen werden). Dazu Minipumpe, 2 Trinkflaschen á 0,75l. Zusätzlich eine Rahmentasche. In der Rahmentasche war eine große Powerbank untergebracht, dazu 2 Ladekabel. Außerdem eine Windjacke und ein weiterer Ersatzschlauch. Was Reifenpannen betrifft, war ich also mehr als redundant aufgestellt. Am Rad außerdem eine kleine Frontleuchte mit Akku am Unterrohr und das Garmin-Navi. In einer Oberrohrtasche ein kleines Seilschloss, Brieftasche, Kartuschen-Pumpe, Smartphone, Power Bar -Shots, Magnesium.

Die Verpflegung fand dann in den Trikottaschen Platz: 2 Bananen, 3 mal Gel, 2 kleine Packungen Nussmischung, 2 Müsliriegel, noch ein paar Shots. Kette schmieren, Luftdruck prüfen, Akkus laden…. Das war es. Am Vorabend gab es mal keine Nudeln – das sollte sich noch rächen.

Mit dem Rennrad um Berlin

Aufbruch

Start war an einem Sonnabend gegen 7 Uhr. Aber zunächst ein kurzes Frühstück, dass aus einer relativ großen Schale Müsli bestand. Aber auch das war wahrscheinlich zu wenig. Es ging zunächst über Seefeld und Börnicke nach Bernau.

Dann weiter über Wandlitz nach Wensickendorf. Dort war ich gegen 8:30 Uhr und damit früher als gedacht. Eigentlich wollte ich dort einen Kollegen besuchen und einen Kaffee schnorren – aber so früh wollte ich niemand aus dem Bett klingeln. Es sollte sich später herausstellen, das besagter Kolleg an diesem Tag an der Ostsee war….

Die Straßen waren recht leer, mir begegnete außerhalb der Ortschaften bisher kaum ein Fahrzeug. Ich fuhr ganz gemütlich zwischen 25 und 30 km/h – je nachdem, ob es leicht bergauf oder bergab ging. Wirkliche Steigungen oder gar Höhenmeter gab es hier nicht.

Also weiter Richtung Summt – dann aber abbiegen nach Oranienburg. Hier war unterwegs die erste Banane fällig. Oranienburg habe ich nur kurz angeschnitten. Auf der Tour mit Rennrad um Berlin ging es dann weiter nach Velten. Kurz nacheinander überquerte ich die A10 und die A111 und erreichte schließlich Velten.

Mit Rennrad um Berlin über der A 111
über der Auffahrt von der A10 auf die 111 kurz vor Velten

Es war wohl hier, wo mir ein Transparent mit „Bio-Melonen aus Deutschland“ auffiel. Was der Klimawandel so alles möglich macht… Hinter Velten, in Bötzow-Ausbau, kam ich dann an die Stelle, wo die Straße eigentlich wg. des o.g. Brückenbaus gesperrt war. Die Alternativroute hatte ich verpasst oder nicht darauf geachtet. Da gerade 2 Anwohner(?) einen kleinen Plausch auf der Straße hielten, habe ich mich bei ihnen erkundigt, ob man mit Rad durchkommt. Die Gleise wären schon zu überqueren teilte man mir mit.

Zwischen Velten und Potsdam

An der Brücke habe ich mich erst mal umgeschaut. Ich musste dann ein paar Meter zurück, um die Böschung hinabsteigen zu können. Es war noch kein „gewachsener“ Boden, sondern eher recht frisch aufgeschüttete, sehr trockene und staubige Erde. An den Gleisen kurz geschaut – alles frei. Auf der anderen Seite auch noch Baustelle – eigentlich keine Erde dafür sehr trockener, feiner Sand, fast Staub. Kurzer Blick zurück – und gerade düste ein Zug durch. Die nächsten ca. 200 m bin ich gelaufen. Irgendwie widerstrebte es mir, in dem Puderzucker zu fahren. Ich glaube, mir tat die Kette leid.

Auf der ruhigen Chaussee (weil ja nicht durchgängig befahrbar) ging es auf meiner Tour mit dem Rennrad um Berlin weiter nach Falkensee. Hier überquerte ich die B5, fuhr einige Meter direkt an ihr entlang. Dann führte mich die Route von ihr weg auf einem bestens ausgebauten Radweg. Allerdings wurde ich hier auch von einem (langsam fahrenden) Auto überholt. Dieses wollte anscheinen zu einer kleinen Anlage für Modellflieger – bestehend aus gemähter Wiese, Baracke, Luftsack. Kurz darauf kam ich nach Seeburg und fuhr Richtung Groß Glienicke weiter. Gut ausgebaute Radweg verlaufen hier neben der Straße. Kommt man zur richtigen Jahreszeit hier entlang, kann man Pflaumen von den zahlreichen, am Radweg wachsenden Pflaumenbäumen ernten.

Ortseingang Groß Glienicke

Potsdam

Ein kurzes Stück am Krampnitz-See entlang rollte ich gegen 11 Uhr dann über Neu Fahrland in Potsdam ein. Hier fährt man auf der B2 auf einem Radweg, der mittels Markierung von der übrigen Fahrbahn „abgetrennt“ ist. Irgendwann bog ich in die Puschkinallee ab. Dummer Weise war das eine Einbahnstraße und ich kam von der falschen Seite. Nach ein paar Metern war hier zudem nur noch recht übles Kopfsteinpflaster, zumindest ein Stück. Es waren jetzt recht kleine Nebenstraßen in einem alten Wohngebiet. Aber auch da kommt man wieder heraus. Für Ortsfremde schienen mir die Kreuzungen recht unübersichtlich, zudem musste ich immer wieder schauen, auf welche Seite jetzt der oder ein Radweg weiter führt.

Mit Rennrad um Berlin - Ankunft in Potsdam
Ortseingang Potsdam

Irgendwann überquerte ich schließlich den „Tiefer See“ bzw. die Havel – hier geht ja ein Gewässer in das andere über – nach Potsdam-Babelsberg. Zunächst fuhr ich auf einem guten, breiten Radweg, baulich getrennt von der Straße, dann auch mit etwas Abstand zu dieser. Irgendwann wurden die Straßen wieder schmaler, teilweise gab es Granitpflaster. An einer kleinen „Grünanlage“, Kopernikusstraße Ecke Althoffstraße machte ich Pause. Ein Gel, Müsliriegel, die 2. Ampulle Magnesium und die 2. Banane mußten dran glauben. Nach ein paar Minuten ging es weiter auf dem Radweg entlang der Großbeerenstraße über die A115 nach Güterfelde.

Überquerung der Havel oder des Tiefen See in Potsdam
Tiefer See oder Havel…

Im Süden von Berlin

Die Strecke führte entlang der L40 in Richtung Großbeeren. Hier kam dann der Knick, den ich mir auf Komoot nicht erklären konnte: die kleine ruhige Landstraße war auf einem Abschnitt gesperrt. Ein provisorisch aufgeschütteter Weg führte um den gesperrten Abschnitt herum. Das war ca. 1 km auf einem aus Erde und Bauschutt(?) bestehendem Weg.

mit Rennrad um Berlin In Großbeeren
Gedenkturm Grooßbeeren

Von Großbeeren führte die Tour weiter Richtung Blankenfelde-Mahlow und Dahlewitz. Die Strecke führt auf guten Radwegen über Diedersdorf. Die Gegend wollte ich mir immer schon mal ansehen, mir sind öfter Plakate zu diversen Veranstaltungen im dortigen Schloss begegnet. Auch an diesem Tag war dort wieder eine Veranstaltung. Ein Besuch muss aber wohl noch warten.

In Blankenfelde endete der Radweg, ab hier muß man wieder auf der Straße fahren. Also weiter Richtung Dahlewitz, wo ich gegen 13 Uhr ankam.

Am Ortsausgang von Dahlewitz

Hinter Dahlewitz die B96 überquert, kurz darauf wieder die A10. Weiter ging es nun in Richtung Königs Wusterhausen. Auf diesem Abschnitt war etwas mehr Verkehr. Nach Brusendorf und Ragow die A13 überquerend kam ich nach Königs Wusterhausen. Für den kommenden Abschnitt hatte ich eine weitläufige Umfahrung als Alternative zur Route über Erkner vorbereitet. Damit würde ich ca. 42 km fahren und noch außerhalb des Berliner Rings bleiben. Über Erkner würde ich nur ca. 24 km zurücklegen.

Ich entschied mich für die längere Route. Der Weg führt über die Schleuse Neue Mühle nach Zernsdorf vom Berliner Ring weg. Ursprünglich dachte ich, beim Kreuz Spreeau die A12 überqueren zu können. Bei der Planung mit Basecamp führt aber scheinbar kein Weg so dicht am Dreieck über die Autobahn – zumindest kein fahrbarer Weg, der auf der anderen Seite Anschluss an andere Straßen hat. Daher macht die Strecke dort einen Knick und führt von der A12 zunächst südlich.

An der Schleuse Neue Mühle

Am Ortsausgang Friedersdorf machte ich Pause in der Alten Mühle Friedersdorf. Ich gönnte mir eine kleine Cola, ein alkoholfreies Weizen, ein Würzfleisch und einen Gurkensalat. Ein kleiner Text in der Speisekarte berichtete kurz über die wechselhafte Geschichte der Mühle, ich finde so etwas immer recht interessant. Der Biergarten war gut besucht, das Essen lecker – aber wohl zu wenig befürchte ich. Auf die Frage nach einer Möglichkeit, meine Wasserflaschen aufzufüllen, hat das Service-Personal das gleich selbst erledigt. Eine Flasche war bis hier komplett leer, die andere zur Hälfte. Ich blieb etwa eine knappe Stunde. Wollte ich wirklich 300km schaffen? Dann war das hier gerade einmal Halbzeit bei ca. 163 km.

Mittagspause in der Alten Mühle Friedersdorf

Weite ging es mit dem Rennrad um Berlin in Richtung Wolzig und Neu Stahnsdorf. Es muss zwischen Kummersdorf und Alt Stahnsdorf gewesen sein, wo ich mich einem Fuhrwerk nährte, auf welchem eine gemütliche Feierrunde zusammensaß. Ich weiß nicht mal mehr, ob vorn ein Pferd die Fuhre zog oder ein Traktor. Auf jeden Fall zottelte die Runde gemütlich auf der kleinen Straße lang. Man bot mir sofort an zu überholen, ich entgegnete, dass ich eine Weile im „Windschatten“ bleiben wollte. Daraufhin wurde mir Kräuter oder Obstler gereicht. Vorsichtshalber habe ich aber abgelehnt…. ;-)

Nach wenigen Minuten habe ich mich von der feiernden Truppe verabschiedet und ich ließ das Fuhrwerk hinter mir. An der Abfahrt Storkow – hier war wieder ein Stück Radweg – habe ich dann die A12 überquert. Weiter ging es über den Ort Spreeau nach Grünheide. Irgendwo zwischen der A 10 und Grünheide habe ich noch eine kurze Rast eingelegt und ein Gel zu mir genommen.

In Heimatnähe

Hinter Grünheide fuhr ich auf dem Radweg, der sich ein wenig von der Chaussee entfernte. An der Kreuzung hinterm Möllensee war ich dann ein wenig irritiert, welchen Weg ich nehmen sollte. Ich drehte hier also eine kleine Runde, bis sich das Garmin entschieden hat. Von hier ging es fast schnurgerade nach Herzfelde. Hinter Herzfelde war die Straße einseitig gesperrt, nach kurzem Warten ging es dann weiter nach Hennickendorf. Da in Hennickendorf ein Schild verkündete, dass die Straße in Richtung Strausberg gesperrt ist – und weil ich gerade mal 200 km auf dem „Tacho“ hatte – entschloss ich mich, in Richtung Rehfelde abzubiegen.

Damit verließ ich endgültig die geplante Route für meine Tour mit Rennrad um Berlin. In Hennickendorf versuchte jemand mit MTB, mich zu überholen. Da habe ich dann doch einen kleinen Sprint eingelegt. Den habe ich zwar nicht lange durchgehalten aber das MTB war nicht mehr zu sehen – nicht, weil ich so schnell war, sondern weil er abgebogen ist.

Ich hatte also mittlerweile gut über 200 km zurückgelegt und war fast zu Hause. Die Fahrt über Rehfelde stellte schon einen Umweg dar, um möglichst 300 km vollzumachen. Der kleine Sprint kostete wohl Kraft, gefühlt ging es jetzt auch noch bergauf und der Wind kam auch noch von vorn. Zudem war die Straße zwar asphaltiert – aber trotzdem recht uneben. Zum Glück kamen nur ein paar Autos entlang – aber die dafür auch recht schnell. Die Strecke zog sich langsam.

In Rehfelde mußte ich mich wieder orientieren, den Ort hatte ich wohl noch nie von dieser Seite erreicht. Es ging weiter über Gladowshöhe nach Hohenstein. Hier war vor wenigen Monaten noch eine Vollsperrung wegen des Baus der Gaspipeline „OPAL“, der man hier immer wieder begegnet. Von Hohenstein ging es weiter Richtung Bollersdorf, kurz vor dem Ort bog ich aber auf die B168 ab und folgte dieser bis Prötzel. Ich war schon ziemlich k.o. würde ich sagen. In Prötzel legte ich noch eine Rast ein und gönnte mir einen Kaffee, nach 15 – 20 Minuten ging es weiter auf der B 168. Dieses Stück fuhr ich – in umgekehrter Richtung – bei meiner ersten RTF. Diesmal ging es allerdings bergauf. So „bergig“ hatte ich dieses Stück gar nicht in Erinnerung.

letzte Pause, Kaffee in Prötzel
letzte Rast bei abnehmendem Tageslicht

Später sollte sich herausstellen, dass gerade dieses Stück das mit den steilsten Anstiegen war – natürlich auf einem recht geringen Niveau – aber nach über 200 km und 12 Stunden im Sattel hat das auch nicht mehr wirklich Spaß gemacht.

Höhenprofil von Strava für die Tour mit Rennrad um Berlin
Höhenprofil der Tour mit Rennrad um Berlin

Nach einigen Kilometern, die mir wesentlich länger vorkamen, bog ich Richtung Gielsdorf ab. Von dort führte mein Weg nach Wesendahl und weiter nach Wegendorf. Es war kurz vor 20 Uhr, die Dämmerung setzte ein. Bis nach Hause war es nur ein Katzensprung, keine 10 km. Allerdings würden es dann keine 300 km werden. Also ging es weiter nach Werneuchen, dann nach Seefeld. Hier hatte ich die Tour mit dem Rennrad um Berlin eigentlich beendet, der Kreis war geschlossen. Allerdings sollten es jetzt eben auch 300 km werden – und da fehlten noch ein paar.

kurz vorm Ziel bei der Tour mit Rennrad um Berlin
zwischen Werneuchen und Seefeld

Immer kurz vorm Ziel

Es war wohl in Seefeld, wo ich meine bessere Hälfte anrief und wieder über den Stand der Tour informierte. Da meine bessere Hälfte gerade mit Auto unterwegs war, verabredeten wir uns in Mehrow. Meine Bitte war eine große Flasche Saft. Irgendwie ist das bei mir so, wenn ich – für meine Verhältnisse – so lange unterwegs bin, habe ich geradezu Heißhunger auf Saft. Es ging also entlang der B 158 weiter in Richtung Blumberg. Ohne Licht ging mittlerweile nichts mehr. Die blinkenden Lichter hatte ich während der Fahrt immer wieder geladen. Das zugelassene Rücklicht erwies sich dagegen als großer Reinfall. Selbst auf guten Wegen schaltete es sich immer wieder von allein aus. Wenn man nicht sicher sein kann, das es an ist, nutzt auch ein zugelassenes Licht mit theoretisch 24 Stunden Leuchtdauer nicht viel. Vorn tat eine kleine (nicht zugelassene) Magic Shine ihren Dienst.

Von Seefeld über Blumberg immer entlang der B 158 erreichte ich Ahrensfelde und bog Richtung Mehrow ab. In Mehrow wurde ich bereits erwartet. Ich kippte über einen halben Liter Multivitamin-Saft in mich rein und fuhr nach wenigen Minuten weiter. Über Trappenfelde ging es in Richtung Altlandsberg. Wieder kurz vor zu Hause bog ich aber auf den Radweg in Richtung Hönow ab. Am Ortsausgang Hönow geschah es dann: an der Ampel an der Tankstelle wollte ich die Landsberger Chaussee überqueren, ich wartete nur noch auf grün. Ich weiß nicht mehr, ob ich auf dem Rad saß und mich nur am Ampelmast festhielt oder ob ich mich auf dem Rad sitzend nur mit einem Bein abstützte. Auf jeden Fall bekam ich rechts plötzlich einen mächtigen Wadenkrampf (oder war es der Oberschenkel?) und fiel um. Ich konnte das Rad nicht mehr halten und habe kurz aufgeschrien.

Kurz vorher überholte ich auf dem Rad-/Fußweg ein Pärchen. Der Mann kam angerannt und fragte, was los sei. Dann murmelter er etwas davon, dass er das vom Boxen kenne. Er massierte mit kurz die Wade(?) und half mir auf. Wir haben noch kurz geredet, ich habe versucht, die Beine zu lockern, dann ging es für mich schon weiter. Die nächsten Kilometer habe ich versucht, es nicht zu weiteren Krämpfen kommen zu lassen.

Ich gelangte schließlich nach Seeberg. Dort bog ich Richtung Mehrower Weg ab. Etwa 280 km hatte ich hinter mir, ich mußte jetzt Umwege fahren, um die 300 km zu erreichen. Also ging es am Altlandsberger Ende des Mehrower Weges wieder in Richtung Seeberg, kurz vor Seeberg durch Seeberg Siedlung wieder Richtung Altlandsberg, durch die Stadt dann nach Buchholz. Dort brannte gerade ein recht großes Lagerfeuer und Musik erklang. Eigentlich war ich neugierig – andererseits wollte ich auch nur noch die Tour mit dem Rennrad um Berlin abschließen.

Also ging es von Buchholz zurück nach Hause, sicherheitshalber drehte ich noch eine Schleife durchs Viertel und nach 13 Stunden und 25 Minuten reiner Fahrtzeit habe ich die Tour abgeschlossen. Es waren 308 km, die ich in dieser Zeit mit dem Rennrad um Berlin zurückgelegte habe.

Garmin-Daten für die Tour mit Rennrad um Berlin
Vom Garmin aufgenommene Daten, der Track unten ist gekürzt

Tage danach

Am nächsten Tag war auf den ersten Blick nichts anders als sonst. Allerdings war ich noch fauler als sonst und irgendwie ziemlich antriebslos. An diesem Tag wurden nur Sachen gepackt denn am darauffolgenden Tag ging es in den Sommerurlaub. Ein wenig verwundert war ich, dass ich keinen Muskelkater hatte. Weder am nächsten Tag noch am übernächsten oder über-übernächsten. Da war nichts, schwere Beine ja – Muskelkater nein.

Und hier noch die Route und der Track zum Download (zum Speichern Rechtsklick und „speichern unter“ o.ä. wählen). Beides wurde um ca. 10km (zu meiner „privaten Zone“) gekürzt.

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