es war schon immer etwas teurer

Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben sagt ein altes Sprichwort. Das gilt sicher einmal für den Preis einer Sache an sich als auch für die Umstände, die mit „ausgefalleneren“ Dingen oft einher gehen. Manches wird einem auch erst später bewußt. Mein erstes MTB habe ich mir….also vor vielen, vielen Jahren gekauft. Immerhin hatte das Teil eine Rock Shox Gabel mit wahnsinnigen 60mm Federweg – natürlich Elastomer. 

Nach einem Jahr habe ich die Schaltung von SLX auf LX aufgerüstet. Ich glaube, einen Unterschied habe ich nicht wirklich gemerkt, ich wollte es nur so haben. So wie andere bestimmte Alufelgen fürs Auto wollen, eine bestimmte Gitarre, besondere Kois, eine spezielle Stereo-Anlage oder was auch immer. So geht das halt auch bei Fahrrädern. Leichtere Teile, spezielle Teile, ausgefallenes. Tuningteile, Einarmgabeln, maßgefertigte Sättel…. Möglichkeiten gibt es, wie bei so vielem, ohne Ende. Es ist halt nur immer etwas teurer – und oft komplizierter.

Wie sagt ein Kollege immer: ist halt Hobby, da geht man nicht sonderlich rational vor. So holte ich mir auch einen neuen Satz Laufräder. Zum Einen, weil ich für die Spikes-Reifen im Winter auch einen Extra-Satz haben wollte und zum anderen, weil mir Jens schon ganz begeistert vom schlauchlos Fahren berichtete. Da ich doch auch auf „Tests“ achte, fiel meine Wahl auf die Laufräder von Ritchey. In diversen Tests schnitten sie mit am Besten ab, sie waren recht leicht (Vorderrad 765g, Hinterrad 862g – in 27,5 Zoll) und trotz nur 28 Speichen je Rad bis 110kg geeignet. Außerdem werden die Speichen in die Felge geschraubt.

Die Felge weißt ein Innengewinde für die Speichennippel auf, die Speichenippel sind eine Spezialausführung mit Innengewinde für die Speichen und Außengewinde für die Felge. Dadurch gibt es nur 1 Öffnung in der gesamten Felge: die für das Ventil. Ich konnte so kurzfristig auf schlauchlos umsteigen – kein Felgenband nötig, keine Löcher für Speichennippel abdichten.

Allerdings waren die beiligenden Ventile nicht dicht zu kriegen. Hier hätte man evtl Felgenband runterkleben sollen, um das Loch quasi zu verkleinern. Andere Ventile, die eine kegelförmige Dichtung haben, behoben das Problem schnell.

Die Räder rollen wirklich gut. 3 Touren um und auf den Brocken, das 24 Stunden-Rennen in Ahrensböck 2016, die Tour nach Malchow, den Berliner Mauerweg – nie gab es Probleme. Nach der letzten Harz-Tour wollte ich dann den Reifen am Hinterrad wechseln. Den bekam ich aber einfach nicht dicht. Ich hörte deutlich die Luft entweichen – nur bekam ich zunächst nicht raus, wo. Durch Zufall sah ich dann den Riss in der Felge. Von aussen war die Felge unversehrt. Auf der Innenseite konnte ich dann allerdings einen Riss, quer über die Bohrung für das Ventil, erkennen. Keine Ahnung, wie der entstehen konnte. Von außen war wie erwähnt nichts zu erkennen. Habe ich mal zu sehr am Ventil gezogen und es somit als „Hebel“ verwendet und den Schaden selbst verursacht? Wie lange besteht der Schaden schon? Er schien bisher durch die Dichtmilch abgedichtet worden zu sein.

felgenriss
kleiner Riss – großer Luftverlust. Ob die Felge trotzdem halten würde (wenn man z.B. mit Felgenband abdichtet) – keine Ahnung….

Jetzt wußte ich aber, dass etwas kaputt ist – und das kann ich einfach nicht so lassen, ganz egal, wie lange ich evtl schon so fahre. Damit ging das Drama aber erst richtig los. Ich wollte eine Felge besorgen, ein- bzw umspeichen und dann irgendwo zentrieren lassen. Nur war die Felge nirgends zu bekommen. Zwar ist auf diversen Seiten zu erfahren, aus welchen Komponenten das Laufrad besteht – aber einzeln gibt es die Teile wohl nicht.

Letztlich habe ich mich an den Importeuer von Ritchey gewandt und den Fall geschildert. Die Antwort mit groben Kostenvoranschlag kam kurz darauf. Für das Geld kann man auch ein neues Laufrad holen – oder 2, wenn es auch günstig sein darf. Es war eben immer etwas teurer….  😉   Die voraussichtliche Dauer des Austausches wurde mit 3-4 Wochen angegeben. Nach 4 Wochen habe ich nochmal nachgefragt. Der Importeur hat sich für die Verspätung entschuldigt und von weiteren 2 Wochen geschrieben. Nach insgesamt 7 Wochen habe ich dann nochmal nachgefragt – mittlerweile soll das Laufrad fertig zum Versand sein, ich muss jetzt nur noch die beiliegende Rechnung begleichen, dann geht das Rad in den Versand.

Sollte das so klappen, habe ich nach ca. 12 Wochen mein Laufrad wieder….  Hätte ich was „normales“ genommen, wäre die Angelegenheit wahrscheinlich längst erledigt. Normale Felgen, für die normale Speichennippel verwendet werden, gibt es nahezu überall. Nicht, dass diese Teile dann unbedingt günstiger sind – aber sie sind leichter verfügbar. Die spezielleren Sachen sind nur immer etwas teurer sondern im Ernstfall auch komplizierter zu reparieren oder umzutauschen.

2 Gedanken zu „es war schon immer etwas teurer

  1. Cool geschrieben… ich schwör ja auf Mavic. Und Bilde mir ein die haben ein anderen Service.
    Aber siehst ja die billo Carbon China Böller bei mir haben auch schon versagt!
    Was immer Funzt sind die mavics.

  2. Ich gebe mir u.U. eine gewisse Mitschuld. Ich habe die Ventile immer viel fester als nötig angezogen. Vielleicht habe ich wirklich mal zu fest da angepackt oder da ist was gegen geflogen. Letztlich alles Spekulation. Hat jetzt insgesamt ca. 12 Wochen gedauert – also ab abschicken bis zum zurückerhalten. Die Räder selbst sind schon gut und rollen sehr leicht. Wo andere schon wieder treten, rolle ich noch so dahin ohne zurück zu fallen. O.k., wenn meine Masse erstmal in Bewegung ist…. Aber die Vergleichspersonen waren ähnlich schwer.
    Aber 12 Wochen ist schon recht lang – aber das wußte ich vorher nicht.
    Mavic ist halt einfach verbreiteter

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