5. Rennsteigride 2021

Es gibt manchmal schöne Zufälle – einer davon war, dass mein Arbeitgeber dieses Jahr einer der Sponsoren des 5. Rennsteigride war und somit einige Startplätze für die Kollegen zur Verfügung standen. Außerdem übernahm die Firma die Hotelkosten für 1 Übernachtung und wir konnten für die Fahrt den Dienstwagen nutzen – was will man mehr. ;-) Mein Kollege Gabriel, der auch schon bei der einer Mauerrunde mitfuhr, nahm ebenfalls teil.

Auf dem Weg zum Hotel holten wir zunächst in Schmiedefeld am Rennsteig die Startunterlagen ab. Im Hotel trafen wir dann auf weitere Kollegen aus anderen Bereichen der Firma.

Am nächsten Morgen ging es zum Start. Für die rund 600 gemeldeten Teilnehmer des 5. Rennsteigride bot sich perfektes Rennwetter: sonnig, trocken, zunächst um 15 Grad. Coronabedingt gab es verschiedene Startblöcke mit jeweils 25 Fahrern. Für uns gab es den Startschuss um 9:28 Uhr. 

Nach dem Start ging es zunächst 50m geradeaus über die Matten zur Zeitnahme, ab hier lief die Zeit. Nach einer leichten Linkskurve ging es auf einen schmalen, etwas steinigen Pfad sofort in eine Steigung, die es schon in sich hatte und den einen oder anderen Fahrer zum Absteigen zwang. Im Winter ist auf der Wiese nebenan wohl eine Skipiste – zumindest gibt es hier einen Lift. Nach den 200-300m klebte mir die Zunge schon am Gaumen, als wäre ich stundenlang in sengender Hitze unterwegs gewesen. Am Ende dieses Anstiegs auf einem breiten Weg angekommen, wurde es etwas flacher. Insgesamt ging es jedoch weiter bergauf – die beiden höchsten Punkte und die steilsten Anstiege liegen etwa in der ersten Hälfte der Strecke.

Zunächst kam aber schon die erste kleine Station mit Getränken. Hier griff ich auch gern zu, um meine Wasserflasche nicht gleich angreifen zu müssen. Es ging dann zunächst eher gemächlich bergauf.

Als nächstes „Highlight“ kam ein recht ausgewaschener Abschnitt, der zudem recht steil war. Zumindest als ich an dieser Passage war, mussten alle dort absteigen. Auf Komoot wird diese Steigung mit ca. 18% angegeben. Dieses wahrscheinlich steilste Stück der Strecke führte auf den zweithöchsten Punkt des Halbmarathons. Ab hier war ich dann wohl richtig warm – es rollte immer besser. Ich konnte zwar kein hohes Tempo fahren, ich habe mich aber auch nicht richtig verausgabt. Wahrscheinlich wollte ich mich einfach nicht zu sehr quälen.

Kurz darauf ging es für einige Zeit bergab, man konnte das Rad einfach rollen lassen. Es wechselten sich breite, geschotterte Wege mit festen Sandwegen ab. Mit dem Schotter hatte ich allerdings so meine kleinen Probleme. Das Hinterrad ging mir doch öfter leicht weg, als ich es von ähnlichen Wegen, z.B. im Harz, kenne. Aufgrund der Regenfälle der letzten Zeit gab es abseits der vielbefahrenen Hauptwege auch einige zerfahrene, matschige Stellen und ein „kleiner See“ auf einem Weg wurde von mir dann auch lieber umgangen als durchfahren.

Zwischendurch gab es immer wieder Gelegenheit, mit dem einen oder anderen Fahrer des 5. Rennsteigride ein paar Worte zu wechseln. So traf ich immer wieder auf den Fahrer mit dem Maulswurfs-Trikot (“kleiner Maulwurf”). Mal überholte er mich, mal ich ihn – weil er an jeder Getränkestelle mit seinen Bekannten ein Schwätzchen hielt. ;-) Als ich ihn an einer aufgewühlten, matschigen Stelle mal wieder eingeholt hatte, wollte ich ihn eigentlich nicht überholen – weil er sowieso wieder mich überholen würde. Er meinte nur, er läuft an dieser Stelle immer, da es ihm da zu rutschig ist – und überhaupt: „Hauptsache, wir haben beide unseren Spass“. Recht hat er.

auf dem Schneekopf

Ein sehr steiler, zudem schmaler, verwinkelter und mit ein paar Steinen versetzter, zum Glück aber kurzer Abschnitt, kam noch am Schneekopf, dem höchsten Punkt der Strecke. Hier hörte ich keinen Ton beim Überfahren der Zeitmatte und drehte vorsichtshalber nochmal um.

Von diesem Gipfel konnte man einen grandiosen Ausblick genießen – bevor man das Rad wieder einfach bergab rollen ließ. Stellenweise war hier grober Schotter auf den Wegen und der eine oder andere Fahrer hatte hier wohl eine Reifenpanne. Mein Kollege, der zu diesem Zeitpunkt schon weit vor mir lag, half hier jemanden mit seinem Ersatzschlauch aus. Auch auf diesem Abschnitt gab es wieder Möglichkeiten, den Blick über den Thüringer Wald schweifen zu lassen. Bei diesen Bedingungen war eine gute Fernsicht möglich.   

Blick über den Thüringer Wald

Kurz nach dem Gipfel kam eine größere Verpflegungsstation. An dieser Stelle muss einmal die Organisation des Rennens gelobt werden: es gab mehrere Verpflegungsstationen mit Getränken und kleinen Snacks. Die gelegentlichen Strassenquerungen waren durch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr u.ä. abgesichert. Die Strecke war gut markiert, an gefährlicheren Abschnitten wie Spitzkehren und steilen Abfahrten waren extra Hinweise angebracht. Zudem wurde man immer wieder angefeuert. Ich nahm erstmal 3 (halbvolle) Becher Apfelschorle zu mir und verdrückte ein Gel sowie einmal Magnesium.

Die Fahrt ging weiter und die Wege wurden jetzt etwas schmaler, der Singletrail-Anteil nahm zu. So gab es auch einen recht schmalen Abschnitt, an dem man praktisch auf einem nassen Trampelpfad unterwegs war, links der Berg und einen halben Meter rechts neben den Rädern ein Abhang, wo es sehr steil hinunter ging. Kurz davor wurde ich schon von den Fahrern des Marathons, deren Startblöcke ab 10 Uhr begannen, überholt. So richtig steile Anstiege gab es jetzt allerdings nicht mehr, gelegentlich war nur eine Böschung o.ä. zu überwinden. Das Problem war jetzt eher der Grip der Reifen in den matschigen Stellen oder auf dem nassen Gras. Überhaupt das Gras – dass es so stark grasbewachsene Waldwege und Trampelpfade gibt, kenne ich aus unserer Gegend eigentlich garnicht – aus Thüringen allerdings schon.

Wenige Kilometer vor dem Ziel teilte sich dann die Strecke. Fahrer des Marathons des 5. Rennsteigride gingen hier in ihre 2. Runde, die Fahrer des Halbmarathons bogen in eine Spitzkehre ab in Richtung Ziel. Nach einer letzten Strassenquerung ging es auf einen etwas verwinkelten, leicht abschüssigen Singletrail, der nochmal richtig Spaß machte. Anschließend gelangte man über eine letzte kleine Steigung auf den Weg, der nach etwa 200m in die Zieleinfahrt mündete. 

Im Ziel – auf das Podest kamen wir nicht…. ;-)

Im Ziel gab es für jeden Fahrer des 5. Rennsteigride eine Schiefer-Medaille, außerdem standen (alkoholfreies) Weizen und Bratwurst bereit. Die Platzierung? In meinem Fall irgendwo knapp im Mittelfeld – sowohl gesamt als auch in meiner Altersklasse. Das Ziel, nicht Letzter zu werden, war somit erreicht ;-)

Finisher-Medaille


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.