Seit Jahren fahre ich man MTB tubeless und bin äußerst zufrieden. Seitdem hatte ich praktisch keine Reifenpanne mehr, höchstens mal zu wenig Luft weil keine Dichtmilch mehr im Reifen war. Nun habe ich letztens mein Rennrad aus dem Schuppen geholt und musste feststellen, dass die Luft raus war,
dass der Reifen vorn komplett platt war. Kann passieren dachte ich mir und wollte den Reifen wieder aufpumpen. Nur passierte in etwa garnichts. Also fast nichts, denn überall aus dem Mantel schwitze Dichtmilch heraus.
Nun muss ich dazu sagen, dass ich am Rennrad zwar mit Schlauch fahre, in diesem aber auch Dichtmilch drin habe, was mir z.B. auf dem Weg nach Thüringen schon mal den Tag rettete. Am Rennrad traue ich mich irgendwie nicht, komplett auf tubeless umzusteigen. Die Reifen haben so wenig Volumen – da ist die Luft doch raus, bevor die Dichtmilch abdichtet.
Am MTB fahren ich komplett Tubeless, bei meinem alten Spark 740 benötige ich da nichtmal Felgenband da ich dort vor Jahren mal Ritchey-Laufräder montiert habe und diese keine Bohrungen für die Speichennippel haben – wo keine Bohrung ist, muss man nichts abdichten. Die Speichennippel sind von außen in die Felge geschraubt, sie schrauben sich gleichzeitig in die Felge und auf die Speiche. Nachteil: es passen keine “normalen” Speichennippel, man kann nicht einfach irgendwo Speichenippel nachkaufen.
Und was war nun am Rennrad los? Das Felgenband war schuld – oder die Felge. An einer Bohrung ist das Felgenband wohl in die Bohrung gedrückt worden und an dieser Stelle zerstört worden. Das Loch im Felgenband entsprach der Bohrung. Und an dieser Stelle hat auch der Reifen ein Loch. Kein Riss, sondern ein Loch, ebenso groß wie die Bohrung in der Felge, wie ausgestanzt.


Ob das ganze über einen längeren Zeitraum passierte oder auf einen Schlag, läßt sich natürlich nicht sagen. Es passiert jedenfalls nicht unterwegs sondern im Schuppen. Ein Glück, dass es nicht auf einer (längeren) Tour passierte!
Also Felgenband besorgt – aber erstmal die Bohrungen kontrolliert. Nach meinem Geschmack waren die doch ein wenig scharfkantig – also alle mit einer kleinen Schlüsselfeile etwas nachbearbeitet, dann mit Isopropanol alles sauber gemacht und dann das neue Felgenband schön auf Zug haltend angebracht.
Wobei, Felgenband ist evtl. auch etwas unpräzise. Ich habe früher mal am Rad meiner besseren Hälfte diverse Bänder probiert und bin letztlich bei Tesa gelandet. Tesa 4289 Strapping Band hat mir da gut Dienste geleistet. Angeblich wird das auch nur von vielen Markenherstellern dann mit ihrer Marke zum „Tubeless-Felgenband” umgelabelt. Da kosten dann 10m – für ca 4 Felgen – schnell 20 € und mehr. Die 66m bei Tesa kosten keine 10 €.
Ob es jetzt dicht ist – keine Ahnung, ich fahre ja mit Schlauch. Hauptsache der Schlauch bleibt ganz. Auf jeden Fall muss ich beim nächsten Schlauch oder Reifenwechsel dann doch mal kontrollieren, ob das Felgenband noch in Ordnung ist.